Allgemein

Lage in Syrien 2022

Die größten Teile Syriens befinden sich heute wieder unter der Kontrolle der Regierung von Präsident Assad, die die Sicherheit weitgehend wiederhergestellt hat. Einzig der Norden des Landes befindet sich noch teils unter türkischer oder kurdischer Verwaltung; in der Provinz Idlib haben sich die letzten verbliebenen islamistischen Rebellen verschanzt. Auch im Osten kann es gelegentlich noch zu Konflikten mit sunnitischen Aufständischen kommen. Von Reisen in diese Teile des Landes wird dementsprechend abgeraten.

Während in Syrien seit spätestens 2018 kaum noch eine Gefahr für Leib und Leben besteht, ist die wirtschaftliche Lage bedingt durch Kriegsfolgen, Sanktionen sowie die Abwanderung der Mittelschicht sehr schlecht. So befinden sich nicht nur die landwirtschaftlichen Nutzflächen im fruchtbaren Norden, sondern auch große Teile der Ölvorkommen unter kurdischer Verwaltung. Vor allem aber  die westlichen Sanktionen machen den Syrern zu schaffen: Der Staat ächzt unter der Hyperinflation, in weiten Teilen des Landes herrscht bittere Armut, der die Regierung mit Brotgutscheinen und anderen Maßnahme zu begegnen versucht. Durch den Krieg in der Ukraine und eine ausgeprägte Dürre in diesem Jahr droht sich die Lage vor Ort weiter zu verschlechtern. Quelle: https://www.aktiongegendenhunger.de/presse/elf-jahre-krieg-in-syrien [abgerufen am 25.04.2022]

Trotz des Leids der Bevölkerung und entgegen aller humanitärer Lippenbekenntnisse haben die USA und die EU die Sanktionen – die zu den härtesten gehören, die jemals gegen ein Land verhängt wurden – im vergangenen Jahr erneut verlängert (vorerst bis zum 01. Juni 2022). Dabei zeigt gerade das Beispiel Syrien, dass sich derartige Strafmaßnahmen am Ende vor allem gegen die Zivilbevölkerung richten. Die Folgen sind weitere Migration nach Europa sowie Verarmung und Perspektivlosigkeit, welche nicht zuletzt die Rückkehr der syrischen Migranten in ihre Heimat erschwert. Darum ist eine Beendigung der Sanktionen längst überfällig. Schließlich ist die Remigration nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern auch Syriens: Das Land wirbt seit 2018 für die Rückkehr seiner Staatsbürger und verspricht auch für Deserteure eine Generalamnestie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

38 + = 42